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Der Nestbautrieb – es gibt ihn wirklich

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Den Nestbautrieb kann eigentlich nur verstehen, wer ihn selbst erlebt hat. Je näher die Geburt eines Kindes rückt, umso dringender wird der Wunsch der werdenden Mama nach Perfektion in den eigenen vier Wänden. Was meist ganz harmlos beginnt (ein wenig Babyzeug shoppen hier, ein bißchen putzen da), artet nicht selten in eine Komplettrenovierung des Eigenheims aus. Ein klassisches Szenario ist zum Beispiel folgendes: Mama in spe fährt zu Ikea um eine Wickelunterlage/Babybadewanne etc. zu kaufen. Wie das so ist, bleibt es natürlich nicht bei der einen Sache, die eigentlich besorgt werden sollte. Der Kassenzettel ist lang und die Tragetaschen voll. Zuhause angekommen, stellt sie fest, dass der neue Teppich irgendwie nicht zur Wand passt. Und überhaupt, was soll weiß überhaupt für eine Farbe sein?!?! Also ab zum Baumarkt, eine schöne Pastellfarbe ausgesucht und nach Hause zum streichen. Gegen 18 Uhr stellt sie fest, dass sie noch nichts gegessen hat und viel seltener auf der Toilette war als sonst. Dafür ist das Zimmer jetzt schön. Naja, bis auf die Vorhänge. Die passen irgendwie nicht zur neuen Wandfarbe. Und wer hat eigentlich gesagt, dass Wandtattoos kitschig sind?!?!

So oder so ähnlich geht es unendlichen vielen Schwangeren im letzten Drittel der Schwangerschaft. Alles soll sauber, ordentlich und behaglich sein wenn das Baby da ist. Es wird geputzt, gewaschen, eingerichtet und sortiert. Der Drang danach, dass alles tiptop in Ordnung gebracht und für den neuen Erdenbewohner verschönert wird, ist aus evolutionsbiologischer Sicht durchaus nachvollziehbar. Die werdende Mutter schafft dadurch einen geschützten Ort für die Geburt und die Zeit danach. Im Tierreich kann man ein solches Verhalten bei vielen Arten beobachten.

Bei allem Tatendrang solltest du aber darauf achten, dich nicht völlig zu verausgaben. Nicht selten merken Hochschwangere erst NACH einem Tag voller körperlicher Anstrengung, dass sie sich vielleicht doch ein wenig übernommen haben. Möbel zusammenbauen und Wände streichen – diese Aufgaben solltest du dem werdenden Papa oder anderen Personen überlassen.

Übrigens: Staub und Dämpfe die beim renovieren entstehen, können sowohl Schwangeren als auch ungeborenen Babys schaden! Auch sollten Neugeborene nicht in einem Zimmer schlafen, das unmittelbar zuvor neu gestrichen wurde. Daher lieber früher mit dem einrichten des Kinderzimmers beginnen, bei Farben und Möbeln auf die Schadstoffkennzeichnung achten und das Zimmer oft lüften bevor der neue Bewohner oder die neue Bewohnerin schließlich einzieht.