Beckenendlage – das solltest du wissen

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Die Lage eines Babys spielt bei einer Geburt eine entscheidende Rolle. So gibt es zum Beispiel Geburtslagen, die eine natürliche Geburt unmöglich machen, wie etwa eine Querlage. In einem solchen Fall ist immer ein Kaiserschnitt erforderlich. Allerdings bedeutet nicht jede „Lageanomalie“, dass das Kind nicht spontan zur Welt gebracht werden kann. Idealerweise liegen Babys bei der Geburt mit dem Kopf nach unten und dem Rücken in Richtung Bauch der Mutter. Über 90% aller Babys drehen sich im Verlauf der Schwangerschaft in diese optimale Geburtsposition, die „vordere Hinterhauptslage“ oder „Schädellage“ genannt wird. Allerdings gibt es auch eine Reihe anderer Haltungen, die Babys im Mutterleib einnehmen können. Eine davon ist die Beckenendlage.

Bei einer Beckenendlage liegt bzw. sitzt das ungeborene Kind mit dem Kopf nach oben im Bauch der Mutter. Bei der Geburt treten entweder das Gesäß (Steiß), die Knie oder die Füße zuerst in den Geburtskanal ein. Die häufigste Form der Beckenendlage ist die reine Steißlage, bei der die Babys mit dem Po voran entbunden werden. Sie kommen dann quasi „zusammengeklappt“ auf die Welt, weshalb diese Position oft als „Klappmesser“ beschrieben wird.

Kann man Babys aus der Beckenendlage in die richtige Geburtsposition drehen?

Es gibt einige Möglichkeiten, um Babys die sich nicht von selbst drehen zur Schädellage zu „motivieren“. Allerdings gibt es bei keiner davon eine Erfolgsgarantie. Akkupunktur, Moxa-Therapie oder bestimmte Übungen (z.B. die „indische Brücke“) können zu spontanen Drehungen von führen. Ein anderer Variante ist die „äußere Wendung“, bei der von außen versucht wird, das Baby so zu verschieben, dass es sich mit dem Kopf nach unten dreht. Diese Methode birgt allerdings gewisse Risiken (verfrühte Wehen, Blasensprung etc.) und sollte nur nach genauer Untersuchung und in einem Krankenhaus durchgeführt werden. Auf jeden Fall müssen bei einer äußeren Wendung die Herztöne des Kindes überwacht werden. Es gibt auch Indikationen, die diese Technik unmöglich machen, wie zum Beispiel eine vorgelagerte (vor dem Muttermund liegende) Plazenta.

Alle Versuche das Baby zu drehen sind gescheitert – was nun?

In diesem Fall raten Ärzte heute meist zu einem geplanten Kaiserschnitt. Eine Beckenendlagengeburt birgt ein höheres Risiko für Mutter und Kind als eine „normale“ Geburt aus der Schädellage. Unter anderem deshalb, weil der Steiß des Kindes weniger gut geeignet ist, den Geburtskanal aufzudehnen als der Kopf, wodurch die Geburt erschwert wird. Zudem ist der Kopf der letzte Teil des Kindes der aus dem Geburtskanal austritt, was im schlimmsten Fall zu einem Sauerstoffmangel und damit verbundenen Folgeschäden für das Baby führen kann.

Eine spontane Entbindung bei Beckenendlage ist allerdings nicht ausgeschlossen. Der Wunsch nach einer natürlichen Geburt ist nicht bei allen Frauen gleich groß. Wenn dieses Verlangen sehr stark ist und sich ein geplanter Kaiserschnitt einfach nicht „richtig“ anfühlt, besteht durchaus die Möglichkeit, eine vaginale Geburt anzustreben. Dazu müssen einige Faktoren beachtet werden, etwa ob das Kind besonders groß und schwer oder das Becken der werdenden Mutter sehr schmal ist. Liegt kein solcher Ausschlussgrund vor, bieten einige Spitäler und Geburtszentren die Möglichkeit der Spontanentbindung auch bei Beckenendlage an. Das um und auf sind dabei erfahrene Fachärzte und Hebammen – Beckenendlagenentbindungen dürfen per Gesetz nur von Fachärzten durchgeführt werden.

Zum Beispiel gibt es für die heikle letzte Geburtsphase, in der sich der Kopf des Kindes als letzter Körperteil noch im Geburtskanal befindet, eigene Techniken um die Entbindung rasch zu beenden. Diese Techniken werden Medizinstudenten heute kaum mehr beigebracht, weshalb dieses Wissen nach und nach ausstirbt und ein Kaiserschnitt oft als einzige Option bei einer Beckenendlage angeboten wird.