Warum du dein Baby unbedingt tragen solltest

Warum du dein Baby unbedingt tragen solltest

Es gibt unendlich viele Gründe, die für das Tragen mit Tuch oder Tragehilfe sprechen. Zunächst einmal, es ist unglaublich praktisch. Du hast die Hände frei – egal ob für Hausarbeit, Geschwisterkinder oder sonstige Alltagsaufgaben, Stiegen und Rolltreppen werden nicht zum Hindernis, bei Ausflügen und Spaziergängen bist du nicht an asphaltierte Wege gebunden, du bist flexibler und mobiler unterwegs, in Tuch oder Trage lässt es sich unterwegs einfach und diskret stillen und, und, und.. Die Liste ließe sich noch ewig fortsetzen, aber tragen bringt nicht nur dir Vorteile, sondern vor allem auch deinem Kind! Die wichtigsten haben wir hier für dich zusammengefasst:

 Getragen werden ist ein Grundbedürfnis jedes Neugeborenen

 Babys brauchen Nähe. Ihre Sinne sind noch nicht ausgereift, hören oder sehen spielt in ihrem Leben noch keine wichtige Rolle. Fühlen ist daher umso bedeutender für sie. Sie wollen spüren, dass jemand da ist, der sie beschützt und sie nicht alleine sind. Das angekuschelt sein an Mama (oder natürlich Papa!) gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, da es sie an die Enge im Mutterleib erinnert. Nicht umsonst gelten Menschenkinder in der evolutionären Verhaltensforschung als „Traglinge“.

Getragene Babys schreien weniger

Babys die regelmäßig getragen werden, sind insgesamt zufriedener und ruhiger und schreien weniger. Durch den engen Körperkontakt werden Wohlfühl- und Glückshormone freigesetzt, die deinem Baby ein rundum gutes Gefühl geben und ihm helfen sich zu entspannen. Außerdem findet beim Tragen eine niederschwellige Kommunikation zwischen Mutter und Kind statt. Die Bedürfnisse des Babys werden dadurch ganzheitlich wahrgenommen, sprich nicht nur gehört und gesehen, sondern auch gespürt. Dadurch kannst du viel früher auf Verhaltensveränderungen deines Babys reagieren und dem Schreien zuvorkommen.

Tragen stärkt die Bindung

Die Bindung zu deinem Baby beginnt schon während der Schwangerschaft und ist die erste und wichtigste Erfahrung im Leben eines Neugeborenen. Das Um und Auf einer starken Bindung zwischen Mutter und Kind ist Körperkontakt. Er vermittelt dem winzigen schutzbedürftigen Wesen Sicherheit, denn Babys wissen instinktiv, dass sie auf Hilfe und Fürsorge angewiesen sind. Getragene Babys hören den Herzschlag der Mutter (ihr Lieblingsgeräusch, denn sie kennen es noch aus dem Bauch!), nehmen ihren Geruch wahr und spüren ihre Bewegungen. All das stärkt die emotionale Beziehung und fördert das Urvertrauen, das für ihre Entwicklung unglaublich wichtig ist. Übrigens ist Tragen auch bestens geeignet um die Bindung in schwierigen oder besonderen Fällen zu stärken! Zum Beispiel wenn die Geburt sehr traumatisch war, das Baby zu früh zur Welt kam, die Mutter unter Wochenbettdepression leidet oder nicht stillen kann und auch für Adoptiveltern ist Tragen eine tolle Möglichkeit eine Beziehung zu ihrem Baby aufzubauen.

Tragen hat viele gesundheitliche Vorteile

 Rund um das Tragen gibt es leider einige Ammenmärchen, die sich hartnäckig halten. Etwa das tragen gesundheitsschädlich sei, Babys ersticken können, wenn sie mit dem Gesicht nach innen getragen werden oder die psychische Entwicklung leidet, weil man Kinder durch das Tragen „abschirmt“. All diese Annahmen sind schlichtweg falsch. Die Wirbelsäule eines Neugeborenen ist nicht gerade, sondern gekrümmt. Beim Tragen mit einem Tuch oder einer tuchähnlichen Tragehilfe wird auf diese besondere Anatomie Rücksicht genommen. Auch die natürliche „Anhock-Spreizhaltung“, die jedes Baby beim hochheben automatisch annimmt, wird beim Tragen berücksichtigt. Gute Tragehilfen haben immer einen breiten Steg (von Kniekehle zu Kniekehle), der diese Haltung fördert. Richtiges Tragen beugt dadurch Haltungsschäden und Fehlbildungen der Hüfte vor, außerdem regt die Bewegung beim Tragen den Stoffwechsel und das Verdauungssystem an und wirkt einem flachen Hinterkopf durch häufige Rückenlage entgegen (Plagiocephalie).

Good to Know

 Es gibt einige Regeln, die du beim Tragen unbedingt beachtet solltest.

  • Niemals sollten Babys mit dem Gesicht nach vorne getragen werden. In dieser Position ist der Rücken durchgedrückt und die Beine hängen gerade nach unten. Diese Haltung ist für einen Säugling völlig unnatürlich und kann bleibende Haltungsschäden hervorrufen. Außerdem ist ein Kind in dieser Position sämtlichen äußeren Einflüssen schutzlos ausgeliefert.
  • Jener Teil der Trage, der den Rücken deines Babys stützt sollte weich sein und sich der runden Wirbelsäule deines Babys anpassen.
  • Tragen braucht manchmal etwas Geduld. Nicht alle Mamas und /oder Babys kommen von Anfang an mit dem Tragen gut zurecht. Manchmal dauert es eine Weile bis es klappt. Hier gilt vor allem: Nicht aufgeben und dranbleiben. Oft liegt es nur an der Tagesverfassung oder es ist Unsicherheit im Spiel, die sich aufs Baby überträgt.
  • Mittlerweile gibt es sehr viele bestens ausgebildete Trageberaterinnen. Sie bieten Hilfe bei der Auswahl der richtigen Trage und Unterstützung bei Fragen und Problemen rund ums Tragen. Eine Trageberatung ist in der Regel relativ kostengünstig und zahlt sich auf jeden Fall aus, wenn du dir eine individuelle Beratung wünschst oder spezielle Fragen hast.